In den Nachrichten sieht man Menschen, die auf die Straßen gehen und bei Ihren Demonstrationen und Anschlägen auch vor Menschenopfern nicht Halt machen. Es ist die Rede von milliardenhohen Hilfspaketen, an denen sich auch Deutschland beteiligt.

Doch wie konnte es so weit kommen und was hat Deutschland damit zu tun?

Griechenland steht mit einem Bruttoinlandsprodukt pro Kopf von 29.635 € auf Platz 26 der Welt – hinter Ländern wie Singapur, Kuwait und Hongkong. Auf der Suche nach Gründen für die hohe Verschuldung stößt man auf erschreckende Tatsachen, wie Griechenland Geld regelrecht verschleuderte (hier seien nur ein paar Beispiele genannt):

– Staatsbedienstete können sich Boni bis zu 1.300,- € monatlich zusätzlich verdienen; zum Beispiel die Nutzung eines PCs, das Beherrschen einer Fremdsprache, pünktliches Erscheinen zum Arbeitsplatz, etc…

– Rüstungsausgaben (!) aufgrund der Spannungen mit der Türkei in Höhe von 14 Mrd. € jährlich

– die Beschäftigten erhalten nicht 12, sondern 14 Monatsgehälter (½ zu Ostern, ½ im Sommer, 1 volles zu Weihnachten)

– Staatsbedienstete können bereits vor erreichen des 50. Lebensjahres in den Ruhestand gehen

– unverheiratete oder geschiedene Töchter von Beschäftigten des öffentlichen Dienstes erhalten nach dem Tod der Eltern deren Pension (jährlich kostet dies Griechenland etwa 550 Mio. €)

Weitere Gründe sind die niedrige Produktivität, Korruption und die wuchernde Bürokratie.

Um den Kriterien für den EU-Beitritt (1981) zu entsprechen, verschleierte Griechenland bereits damals die Höhe seiner Verschuldung.

2007 lag der Schuldenstand bei 95 % des BIP – im Vergleich dazu 2004: 110 %. Die vermeintliche Verbesserung wurde allerdings dadurch erreicht, daß 2007 sogenannte „Schattenwirtschaftsaktivitäten“ (z.B. Prostitution, Geldwäsche, Zigarettenschmuggel), welche fast 10 % ausmachen, in die Berechnung mit einbezogen wurden.

Interessant ist, daß es laut EU-Gesetz den Mitgliedsländern verboten ist, für die Staatsschulden anderer Länder der Euro-Zone einstehen („No-Bail-Out“-Klausel). Doch selbstverständlich hat man sich hier eine Art Hintertür offen gelaßen, die Hilfe in bestimmten Fällen zuläßt:

„Ist ein Mitgliedsstaat aufgrund von Naturkatastrophen oder außergewöhnlichen Ereignissen, die sich seiner Kontrolle entziehen, von Schwierigkeiten betroffen oder von gravierenden Schwierigkeiten ernstlich bedroht, so kann der Rat auf Vorschlag der Kommission beschließen, dem betreffenden Mitgliedsstaat unter bestimmten Bedingungen einen finanziellen Beistand der Union zu gewähren.“

Als außergewöhnliche Ereignisse wurden hier die angeblich abgesprochenen Angriffe asiatischer und amerikanischer Fonds angesehen…

Das bewilligte Rettungspaket beläuft sich auf insgesamt 110 Mrd. €, die über 3 Jahre hinweg ausgezahlt werden sollen. Es reicht somit bis Ende 2011 bzw. Anfang 2012, laut dem Finanzminister Papaconstantinou wollen die Griechen allerdings schon früher an den Kapitalmarkt zurück. An das Hilfspaket sind gewisse Auflagen Form von Sparmaßnahmen geknüpft. So hat Premierminister Papandreou bereits die Steuern erhöht, Beamtengehälter gekürzt und Rentenzahlungen eingefroren.

Die Maßnahmen stoßen bei der Bevölkerung auf massiven Protest, bisher gab es bereits 4 Generalstreiks und mehrere Tote.

Unsere Bundeskanzlerin Merkel verteidigt die Milliardenhilfe und meint, es gebe keine Alternative. Laut ihr steht Europa am Scheideweg: „Es geht um nicht mehr und nicht weniger als die Zukunft Europas.“

Nun sollte man meinen, daß uns die Griechen dankbar wären für unsere großzügige Unterstützung. Doch weit gefehlt. Vize-Regierungschef wirft Deutschland vor, im Zweiten Weltkrieg griechisches Gold gestohlen und dadurch die Wirtschaft ruiniert zu haben. Wenn man jedoch in der Geschichte forscht wird man feststellen, daß die Deutschen im Zweiten Weltkrieg keineswegs das Gold der griechischen Notenbank gestohlen haben. Durch die Deutschen „erbeutetes“ Gold wurde bereits gegen Ende des Krieges von den Alliierten zurückerobert, verwaltet und Griechenland längst zurückgegeben.

Die griechische Verbraucherorganisation (INKA) ruft sogar zum Boykott deutscher Produkte auf.